Magische Kerze
Magisches Kerzenlicht
2. November 2018

Autophagie – Die Körpereigene Müllabfuhr

Was bedeutet Autophagie?

Es ist einfach erklärt:
Der Prozess der Autophagie bedeutet „selbst fressen“, ist also die Entsorgung  beschädigter oder unnützer Zellen im Körper, sozusagen die körpereigene Müllabfuhr bzw. das genetisch angelegte Detox-Programm in jedem Menschen!

Da ein Körper immer so energiesparend wie möglich vorgeht, folgt die Autophagie dem Wiederaufbereitungs-Prinzip:
Um die herumschwimmenden Zellmüll-Teilchen wird eine Membran gebildet bis ein Bläschen entsteht. Abbauende Enzyme docken daran an, und zerlegen den Zellmüll in einzelne chemische Bestandteile, die dann wieder von der Zellflüssigkeit aufgenommen und an den Ort des Bedarfs gebracht werden.
Cool oder? Echtes Recycling eben!

Die Bedeutung im Alltag

Autophagie ist wichtig für die Bekämpfung und Entsorgung von Viren, Bakterien, fehlproduzierter oder geschädigter Zellen und Stoffwechselabfällen usw.. Ohne funktionierende körpereigene Müllabfuhr mit Recyclinganlage könnten wir nicht lange leben.

Vor allem bei zellulären Stresssituationen wie z.B. (chronischen) Entzündungen ist die Selbstreinigung sehr wichtig.
Aber auch die alltägliche Grundreinigung z.B. unseres Gehirns sorgt für „freien Fluss“ und reibungslose Abläufe, was dem Denken und Gedächtnis hilft.

Eine gut funktionierende Autophagie ist wichtig um Erkrankungen vorzubeugen und bestehende Erkrankungen zu bewältigen.
Im Alter und bei schwerer Krankheit ist oft die innere Selbstreinigung geschwächt oder gar gestört.

„Nur im Alter funktioniert diese Autophagie nicht mehr so gut, erläutert Volker Hauke, Direktor am Leibniz Institut für Molekulare Pharmakologie in Berlin. Und so sammelt sich molekularer Müll in den Zellen an. Über die Jahre kann der dann zu großen Krankheiten des Alters beitragen: Diabetes, Alzheimer und Parkinson.“ (Quelle)
Das bedeutet: Mit einer gut funktionierenden Autophagie im Körper reduziert sich das Risiko für Alterskrankheiten!

alt und jung

 

Die Autophagie ankurbeln – Detox von innen!

Die Wissenschaft beschäftigt sich erst seit wenigen Jahren intensiver damit, die Prozesse der Autophagie zu erforschen.
Hier ist eine Videoaufzeichnung des Vortrags von Univ.-Prof. Dr. Frank Madeo vom Institut für Molekulare Biowissenschaften/Universität Graz.
Er erläutert sehr interessant die Zusammenhänge und wie man die Autophagie ankurbeln kann.

Kalorien“entzug“ sorgt für das Ankurbeln des Selbstreinigungsprozesses!

Die Autophagie ist wie oben erklärt auch ein Wiederverwertungsprozess. Bekommt der Körper keine Nahrung, dann beginnt er aus Gründen der Selbsterhaltung nach brauchbaren Stoffen im Körper „zu suchen“. Er konzentriert sich dabei zunächst auf den herumschwimmenden Zellmüll um dort Basismoleküle für neue Zellen aufzufangen und wiederzuverwerten.

Ein sinnvolles Programm also zum Überleben in Zeiten der Hungerphasen während der Evolution!
Verordnen wir unserem Körper also eine Hungerphase mit Kalorienentzug, so setzt automatisch eine verstärkte Autophagie in unserem Zellstoffwechsel ein.
Es scheint so zu sein, dass eine Fastenphase von 14-16 Stunden ausreichend ist, um den Prozess anzukurbeln.

Das bedeutet, wenn man abends frühzeitig isst (was in vielen Kulturen von jeher empfohlen wird), sagen wir um 19 Uhr, dann müsste man nur das Frühstück ausfallen lassen (was ebenso in einigen Kulturen gemacht wird) um die Fastenphase erfüllt zu haben.
Gegen 9 – 11 Uhr könnte man dann wieder beginnen zu essen.

Die Renaissance des Fastens!

Das kommt euch bekannt vor?
Ja, genau, dieser Nahrungsentzug firmiert auch unter „Intervallfasten“.
Beliebt ist das „16/8-Modell“: 16 Stunden fasten, dann alle Mahlzeiten innerhalb des 8 Stunden Fensters zu sich nehmen.
Achtung Gehirn-Falle: Nicht mehr essen als sonst, auch wenn innerlich so ein Gefühl von Mangel ist!

 

Abnehmen und dabei Entgiften

Und wer abnehmen mag, dem dürfte dann mit diesem Tipp geholfen sein:
Die Energiezufuhr beim 16/8-Modell auf 75% reduzieren (auch das machen viele alte Kulturen schon von jeher, sie essen nicht bis der Bauch (über)voll ist, sondern bis sie gerade satt sind).
Die 75%-Phase hält man an 5 Tagen pro Monat durch, an den restlichen Tagen isst man dann normal gesund (16/8 wird natürlich beibehalten).
Im Normalfall hält man bei dieser Form des Abnehmens gut durch, da man im Grunde alles essen darf und überschaubare Hüngerchen-Phasen hat.

Wem es schwer fällt auf 16 Fasten-Stunden zu kommen, der könnte sich auch langsam einschwingen: z.B. täglich die Fastenzeit um eine Stunde verlängern, bis man dann bei den 16 Stunden gelandet ist. In diesen Übergangstagen hat der Körper die Chance sich darauf umzustellen.

Eine alternative Fastenmethode laut Stekovic wäre, einen ganzen Tag lang zu fasten und dann wieder einen Tag lang normal zu essen.
Dazu ist schwarzer Kaffee erlaubt (s.u.), aber kein Saft und keine Brühe.

Zusammengefasst: Fasten ist die effektivste Autophagie Anregung!

 

Was gibt es noch um die innere Müllabfuhr zu aktivieren?

Sport!
Zwei mal 30 Minuten pro Woche löst nachweislich erhöhte Autophagie aus.

Kaffee!
Mit oder ohne Koffein: Kaffee
Damit hat man wohl sehr gute Chance das Recycling anzutreiben,
denn nach 2-4 Stunden beobachtete man eine Ankurbelung der Autophagie in allen untersuchten Organen.
Aber nur ohne Milch (tierisches Eiweiss hemmt!).

Bestimmte Lebensmittel!
Spermidin-haltige Lebensmittel kurbeln ebenso an.
Zu nennen wären da: reifer Käse, Äpfel, Weintrauben, Grapefruit, Pilze, Sojabohnen, Kichererbsen, Weizenkeimlinge, Sprossen, grüner Pfeffer, Zitrusfrüchte-Bergamotte-Tee, grüner Tee, Kurkuma…
Es gibt sogar ein Kochbuch mit Spermidinreichen Rezepten:
Der Jungzelleneffekt: Wie wir die Regenerationskraft unseres Organismus aktivieren” (Slaven Stekovic)

 

Direkt starten!

Heute Abend nicht zu spät essen, morgen früh nur schwarzen Kaffee, erst nach 16 Stunden beginnen zu essen!
Spermidin regelmäßig in die Nahrung integrieren, z.B. mit diesem leckeren Rezept: 

Vollkorn-Knoblauchbrot mit Kräuterseitlingen (Quelle)

Für das Brot einen Esslöffel Nüsse mörsern, eine Knoblauchzehe pressen,
ein paar Zweige Thymian, Oregano und Rosmarin klein hacken und dazugeben.
15 Gramm Butter hinzufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Kräuterseitlinge fein hacken und alles vermengen.
Die Pilz-Kräuterbutter auf vier Dinkelvollkornbrotscheiben verteilen und
für zehn Minuten bei 180 Grad Heißluft in den Ofen stellen.

Dieser Blog der “Ring-Schwestern” zum Thema „Spermidinreiche Ernährung“ enthält viele weitere tolle Rezepte und Informationen! Demnächst werde ich das dortige Rezept “Prinzessin auf der Erbse” mal ausprobieren! 🙂

Kräuterseitlinge

 

Mein Tipp für dich von Herzen

Viel Spaß beim Ankurbeln der körpereigenen Müllabfuhr! 🙂

 

 

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